Das Märchen vom lieben Wolf

Bei all den gefährlichen Raubtieren, die mittlerweile in unserem Lebensraum frei herumlaufen, stellt sich nicht die Frage ob, sondern nur wann sich ein gravierender Zwischenfall mit Menschen ereignen wird. Wissenschaftlich ist erwiesen, dass gesunde Wölfe Kinder als Beute betrachten. Kinder sind sogar einfachere Beute, als Weidetiere (Hindrikson et al. 2017). Hindrikson analysierte Daten aus dem europäischen Teil von Russland im Zeitraum 1841-1861 zu Wolfsattacken auf Menschen. Es lagen ihnen dazu 168 Aufzeichnungen zu prädatorischen Attacken aus russischen Archiven vor. Die Angriffe erfolgten hauptsächlich in den Sommermonaten. 99% der Opfer waren Kinder unter 15 Jahren. Wer jetzt sagt, die Daten stammen ja aus einer längst vergangenen Zeit: Die Wölfe ändern ihr Verhalten sicher nicht. Wenn sich ihnen also die Gelegenheit heutzutage bietet, ein Kind zu erbeuten, dann tun sie das. Das verdeutlicht ein Bericht zu einem schwerwiegenden Angriff auf zwei Kinder im Jahr 2000.

Trotz dieser Faktenlage touren WWF, Nabu und wie sie alle heissen durch die Schulzimmer, und erzählen den Kindern das Märchen vom lieben Wolf. Der Wolf stelle keine Gefahr für Menschen dar, sei sehr scheu, und meide deshalb Menschen. Um diese Message kindergerecht zu verpacken, tischen sie den Kindern ihre eigene, neue Interpretation des Rotkäppchen-Märchens auf. Und darin es gibt keine bösen Wölfe. Was von dieser Uminterpretation zu halten ist, darüber hat Georges Stoffel einen spannenden Beitrag verfasst.

Neulich sind wir auf eine Umfrage gestossen – die zwar nicht mehr ganz aktuell ist, aber ein gutes Beispiel dafür ist, wie die NGO’s agieren. Die Umfrage wurde bei Kindern im Auftrag von WWF durchgeführt. Schliesslich wurden Unmengen an Geld und Effort in die Indoktrinierung – sprich die systematische Glorifizierung und Verharmlosung der Grossraubtiere – investiert. Nun sollte im Jahr 2000 mit einer Umfrage in Grossbritannien abgeklärt werden, ob das funktioniert hat.

Die WWF-Studie heisst „A Survey Of Children’s Attitudes towards Wolfes, Bears and Otters“. Wir stellen hier nur ein paar wenige Resultate vor, die uns bemerkenswert erscheinen. Wer sich für die Umfrage insgesamt interessiert, bitte hier nachlesen.

WWF Umfrage von UK-Kids

Aus GB nahmen etwa 6000 Kinder im schulpflichtigen Alter teil. Die Kinder konnten für die Antwort „ich stimme zu“ „neutral“ oder „ich stimme nicht zu“ angekreuzen.

Hier drei ausgewählte Beispiele zu den Resultaten der Umfrage.

Abbildung 1: Antworten der Schüler aus Grossbritannien (ganz oben die Fragen von WWF-UK), die Grafik zeigt den prozentualen Anteil der Antworten zur entsprechenden Frage.

Die Schüler waren also mehrheitlich der Auffassung, dass Wölfe in Europa für künftige Generationen erhalten werden müssen (70% Zustimmung), und dass Wolfsattacken auf Menschen nicht üblich seien (rund 45%). Lediglich 20% meinten, Attacken seien üblich. Wobei man sich fragt, woher denn Kinder das wissen sollen. Aber die Frage, ob sie Angst hätten in den Wald zu gehen, wenn da Wölfe sind, bejahte eine Mehrheit von 55% der Kinder. Nur 25% gaben an, keine Angst zu haben. Die anderen antworteten neutral. Das sagt doch schon alles: wenn es um das eigene Wohlbefinden geht, und sie sich konkret mit einer Situation auseinandersetzen mussten, in der sie direkt betroffen wären, finden die meisten Menschen eben doch instinktiv, dass Wölfe gefährlich sind. Bei den eher theoretischen Fragen, ob die Art erhalten werden solle oder Attacken „üblich“ seien, reagierten die Kinder mehrheitlich wie gewünscht. Womöglich, weil sie die Frage mit all ihren Konsequenzen gar nicht richtig verstanden hatten. Das scheint auch bei vielen Erwachsenen so zu sein. Viele glauben fälschlicherweise, eine friedliche Koexistenz mit Wölfen sei möglich, weil sie der Prowolf-Propaganda vom funktionierenden Herdenschutz, und der angeblichen Ungefährlichkeit der Raubtiere glauben schenken. Und weil sie von der ganzen Misere wenig Kenntnis haben, und schon gar nicht davon betroffen sind.

Als Fazit lässt sich sagen, dass die kindliche Umerziehung nicht wirklich klappt. Zum Glück.

Referenz

Hindrikson, M., et al., (2017), The Patterns of Wolf Attacks on Humans: an Example from the 19 th Century European Russia, Baltic Forestry 23(2): 432-437

Ein Kommentar

  1. Christoph said:

    Es ist allgemein bekannt, dass Umfragen ohne konkrete Alltagsrelevanz für den Befragten wenig aussagekräftig sind und starke Tendenzen zu sozial erwünschten Antworten zeigen.

    WWF & Co machen sich solche Effekte für ihre PR zu nutze und zaubern aus dem Hut: „Die Bevölkerung will es so.“

    Letztendlich wird es der Wolf selbst sein, der die Lügen der Wolfspropaganda aufdeckt.
    WWF & Co werden später umschwenken, um urbane Gebiete wolfsfrei zu halten, damit die urbane Bevölkerung bei der Stange gehalten wird.

    4. April 2022
    Reply

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