Pinocchio hat ausgespielt

Am Anfang war die Unwahrheit vom funktionierenden Herdenschutz. Was den Weidetierhaltern schon lange klar war, gelangt endlich peu a peu an die breite Öffentlichkeit: der Herdenschutz versagt auf ganzer Linie. Wir haben darüber berichtet. Für die Wolfsbefürworter wird es nun also enger.

Pro Natura krebst zurück
Im SRF-Beitrag von Schweiz aktuell vom 12.4.2022 „Kanton Zürich warnt Schafhalter vor Wolf“ sagt Frau Sara Wehrli von Pro Natura, man müsse die Zäune jetzt mit bewährten Methoden „aufrüsten“. Damit gibt sie einerseits zu, dass ihre bisherigen Empfehlungen – 90 cm hohe Weidenetze – untauglich sind. Und andererseits geht sie wohlweisslich nicht näher darauf ein, welche „ bewährten Methoden“ sie konkret meint. Denn die gibt es nachweislich nicht. Sie behauptet das vermutlich, um das Gesicht zu wahren.

Empfohlene Zäune sind obsolet
Wissenschaftlich und in der Praxis ist längst belegt, dass elektrische Zäune bis 120 cm Höhe, oder noch höhere, keinen Schutz bieten. Bei der Studie von van Liere (van Liere et al. 2013) hatten Bauern sogar beobachtet, wie Wölfe über 145 cm hohe Weidenetze sprangen. Das verwundert nicht. Denn es ist bekannt, dass alle Caniden – also auch Wölfe – geschickte Springer sind. Versuche mit Hunden (Canis familiaris, 30–40 kg) zeigten, dass sie in der Lage sind, bis 188 cm hoch zu springen. Für Gehege grosser Caniden wird eine Höhe von 244 cm empfohlen. Diese Höhe langt aber nur, sofern die Oberfläche der Einfriedung kein Klettern zulässt (Padilla & Hilton 2015; Seite 457).

Auch HSH sind keine gangbare Lösung
Und Herdenschutzhunde sind für’s Mittelland gemäss Pro Natura keine Lösung. Und notabene auch nicht für die Alpsömmerung. Diese Hunde kosten nur viel, nützen wenig und machen viele Probleme.

Wie soll es weitergehen?
Der bisherige Herdenschutz versagt. Es gibt keinen Schutz für die Weidetiere. Keine friedliche Koexistenz. Der Präsident des Zürcher Bauernverbandes, Martin Haab meint dazu im SRF-Interview, man könne noch zwei unauffällige Rudel irgendwo im abgelegen Berggebiet in der Schweiz dulden. So, wie das der Bündner Bauernverband kürzlich vorgeschlagen hat. Aber das ist nur eine Scheinlösung. Wölfe können pro Tag bis zu 80 km zurücklegen, das heisst, sie sind in handumdrehen wieder im Siedlungsgebiet und bei den Weidetieren. Dass auch mit weniger Wölfen keine friedliche Koexistenz möglich ist, zeigt unter anderem die Anfangsphase der Wiederbesiedlung. Das ist wohl auch der Grund, weshalb unsere Vorfahren alle Grossraubtiere entfernt haben.

Der Artenschutz für Wölfe ist längstens obsolet. Es leben über 20’000 Grauwölfe alleine in Europa. Der Erhalt ist somit mehr als gesichert. Warum sollen wir hier bei uns eine nichtbedrohte Art dulden, die nachweislich sehr gefährlich und ausschliesslich schädlich ist?

Die einzige Lösung ist: die Entfernung aller Wölfe, Bären und anderer schadstiftender Grossraubtiere aus unserer Kulturlandschaft. Die sterben deswegen nicht aus. Ihr Arterhalt ist gesichert. Alles andere sind untaugliche Massnahmen. Wann handeln die Verantwortlichen endlich?

Referenzen

Padilla, L. & Hilton, C., Canidae, (2015), in: Fowler’s Zoo and Wild Animal Medicine, Volume 8 : 457–467.

van Liere, D., et al., (2013), Farm characteristics in Slovene wolf habitat related to attacks on sheep, Applied Animal Behaviour Science 144, 46– 56.

Ein Kommentar

  1. EGGEL RENÉ said:

    Es gibt nur einen Herdeschutz und das ist der Gewehrschutz,das sage ich schon von Anfang an,dazu kommt noch das nie eine DNA vorgezeigt wurde ob es Hybriden sind

    26. April 2022
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