Heisse Luft

Die NGO’s verkaufen ein Produkt, das nur Nachteile aufweist: Der Wolf ist ein reiner Schädling. Seine Wiederansiedlung bringt keinen einzigen Vorteil. Um solch ein „Produkt“ dennoch zu verkaufen, muss mit Unwahrheiten, Beschönigungen und Verharmlosungen operiert werden. Und genau das tut die Wolfslobby unablässig. Folgender Fall aus Österreich zeigt wieder einmal auf, wie dieses Potbourri aus Desinformationen auch immer wieder mal mit vermeintlichen Erfolgsstories aus dem Ausland angereichert wird.

Verzweiflung der Tierhalter
Im Kärtnerischen Mölltal in Österreich wurden 12 Schafe in einer Nacht massakriert. Der Wolf wütet dort schon seit längerem. Die Bauern sind verzweifelt. Sie fordern mit gutem Recht den Abschuss des Schadstifters. In früheren Zeiten wäre dafür sogar eine Prämie ausgerichtet worden. Und was raten die Profiteure des ganzen Desasters heutzutage? “Experte“ Christian Pichler vom WWF Österreich meint in einem Interview bei 5 Minuten.at, Zitat: „Das bringt nichts, dann ist zwei Wochen Ruhe und der nächste Wolf besetzt das freie Revier. Wir sprechen da von einem Placebo-Effekt, um die Leute zu beruhigen“.

Und weiter mit den „WWF-Lösungen“, um das Massakrieren zu stoppen, Zitat: “In Kärnten sollte man das wissenschaftlich angehen, ähnlich wie in der Schweiz. Da geht der Wolf den Schafen mittlerweile aus dem Weg, es gibt so gut wie keine Risse mehr. Der Grund: Der Schadwolf wird betäubt, dann besendert und wenn er sich den Schafen nähert mit Gummimunition beschossen. Das wirkt Wunder, wenn er Schmerz spürt haut er ab und meidet das Gebiet, das ist wissenschaftlich bewiesen und könnte sich doch bald auch nach Kärnten durchsprechen.”

Was soll man da sagen?
Lauter heisse Luft ist das … Herr Pichler demonstriert mit seinen Aussagen nur eines: er hat weder von Wölfen, geschweige denn vom aktuellen Stand der Wissenschaft, oder den Schweizer Risszahlen eine Ahnung. Letztere steigen exponentiell an. Wie überall, wo sich die Raubtiere ungehindert vermehren können.

Abbildung 1: Entwicklung der Wolfspopulation (blau) und der Risszahlen (rot) in der Schweiz im Zeitraum 2011-2021, mit exponentieller Trendlinie.

Im laufenden Jahr töteten die Wölfe nur schon zwischen Januar und Anfang Mai mehr als 200 Schafe, die meisten davon waren korrekt „geschützt“. Der Wolf würde den Schafen aus dem Weg gehen? Zu schön um wahr zu sein.
Zu den Vergrämungen ist zu sagen, dass solche Methoden unwirksam sind. Überall, auch in der Schweiz. Hierzulande wird das gemacht, um Wölfe von Siedlungen fern zu halten. Die gescheiterten Versuche mündeten schliesslich in einem Abschuss.

Schon unsere Vorfahren wussten es: nur Abschüsse wirken
Dass Abschüsse wirksam sind, bestätigt inzwischen sogar KORA (Vogt et al. 2022). Denn wenn eine Massnahme „Wunder wirkt“, dann sind es Abschüsse, das wussten schon unsere Vorfahren. Am effektivsten ist die Entnahme ganzer Rudel. Das hat eine breit angelegte US-Studie herausgefunden (Bradley 2015). Solche Studien sind in Europa gar nicht machbar, weil viel zu wenig geschossen wird.
Um die Risszahlen zu senken, müssen mehr Wölfe entnommen werden, als sie durch ihre Reproduktion nachliefern können. Nur auf diese Weise können die Verluste plafoniert, und bestenfalls gesenkt werden. Werden keine oder zu wenige Abschüsse getätigt, steigen die Risszahlen weiter an, das verdeutlicht Abbildung 1. Grössere Entnahmen sind aus Sicht des Artenschutzes kein Problem, denn der Grauwolf ist nicht bedroht. Am besten wird so lange geschossen, bis sich kein Wolf mehr bei Mensch und Haustier blicken lässt.

Fazit
Herr Pichler und sein Arbeitgeber sollten sich schämen. Anstatt die Weidetierhalter und die Bevölkerung mit ihren falschen Aussagen in die Irre zu führen, sollten sie besser einmal ihr unethisches, rücksichtsloses Geschäftsmodell hinterfragen, das seinen Erfolg unter anderem auf dem Unglück, Kummer und Leid der Tierhalter und ihrer Tiere gründet.

Referenzen

Bradley, E., et al., (2015), Effects of Wolf Removal on Livestock Depredation Recurrence and Wolf Recovery in Montana, Idaho, and Wyoming, The Journal of Wildlife Management 79(8):1337–1346.

Vogt, K., et al., (2022), Wirksamkeit von Herdenschutzmassnahmen und Wolfsabschüssen unter Berücksichtigung räumlicher und biologischer Faktoren, KORA Bericht Nr. 105.

2 Comments

  1. Christoph Saner said:

    Herr Pichler samt WWF alles verlogen, nur damit es Geld gibt. Afrikanische Trophäenexport befürwortet der WWF, sicher auch weil es Spendengeld gibt. So etwas nennt man eine Mafia zum Selbstzweck, statt aktiver Schutz der Tiere. Pfui Herr Pichler und WWF.

    23. Mai 2022
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  2. Lenz said:

    Es ist alles verlogen und wird falsch informiert.
    Die Befürworter wohnen in den Grossstädten und haben keine Ahnung wie die Probleme im Berggebiet sind.
    Gruss aus der Schweiz

    24. Mai 2022
    Reply

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